Begonnen hat alles am 15.02.1981, als sich nach einigen Vorgesprächen 7 Eisenbahnfreunde in Losheim in der Gaststätte "Rathaus Stuben" trafen, um den Modell-Eisenbahn-Club Losheim zu gründen. Ziel des jungen Vereins war es, eine Modellbahnanlage der Spur HO zu erstellen, die als Vorbild die Merzig-Büschfelder-Eisenbahn (MBE) haben sollte. Letztlich scheiterte dieses Vorhaben an fehlenden Räumlichkeiten. Daraufhin wandte man das Interesse auf die Pflege und Unterhaltung von Gegenständen des großen Vorbildes MBE.
In einer spektakulären Aktion wurden dem Moor bei Greimerath (bei Trier) eine Schmalspurdiesellok aus dem Jahr 1939 sowie einige Loren und Gleismaterial geborgen. Diese waren jahrzehntelang dort abgestellt und davor im Erzbau eingesetzt worden. Von der MBE wurden ein ausgebrannter Zugbegleitwagen aus dem Jahr 1903, die im Bahnhof Losheim abgestellte alte Bahnsteiguhr und von der DB die in Merzig demontierten Wasserkräne erworben. Wusste man zunächst noch nicht, was mit den Gegenständen geschehen sollte, waren sie aber vor dem Verschrotten gerettet. Durch das Entgegenkommen der MBE wurde auch der alte Bahnhof in Brotdorf (Stadt Merzig) vor dem Abriss gerettet und als Vereinsheim angemietet werden.
Bereits 1982 trat der Verein dem Bundesverband Deutscher Eisenbahnfreunde bei. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Finanzamt wurde 1986 dem Verein die Gemeinnützigkeit anerkannt. Verbunden damit war die Umbenennung in "Museums - Eisenbahn - Club Losheim" Museumsbahnbetrieb.
Im November 1981 erfolgte im Saarländischen Rundfunk ein Bericht über eine bereits bestehende Museumsbahn im Schwarzwald. Im Verlaufe der Sendung wurden Bilder der MBE gezeigt und die Frage aufgeworfen, ob ein solcher Museumsbahnbetrieb auf den dortigen Gleisanlagen möglich sei. Zwar war diese Idee bereits von saarländischen Eisenbahnfreunden an die MBE herangetragen worden, jedoch an einer Vielzahl von Problemen und fehlendem Eisenbahnmaterial gescheitert. Die Sendung gab dem Vorhaben jedoch einen neuen Anstoß und wurde nun erneut durch den jungen Verein der MBE-Führung vorgetragen.
Erleichternd kam hinzu, dass sich ein Luxemburger Eisenbahnverein meldete, der zwar über eine betriebsbereite Dampflok, jedoch nicht über eine eine geeignete Bahnstrecke verfügte. Nach langwierigen Verhandlungen wurde mit der MBE ein Nutzungsvertrag über die vorhandene Bahnstrecke abgeschlossen. Nachdem die nach Losheim überführte Dampflok alle betriebstechnischen Untersuchungen abgeschlossen, die MBE Strecke für den Personenverkehr überprüft und alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt waren , erfolgte am 12. Juni 1982 erstmals wieder Personenverkehr von Merzig- Ost bis Wadern - Nunkirchen.
Wenn man bedenkt, daß fast genau 20 Jahre vorher der MBE Personenverkehr auf der Schiene eingestellt worden war, handelte es sich bei der Wiederinbetriebnahme mit einer Dampflok um ein historisches Ereignis, zu welchem sich Eisenbahnfreunde und Neugierige aus dem gesamten südwestdeutschen Raum eingefunden hatten. der große Erfolg gab dem jungen Verein Hoffnung für die weitere Tätigkeiten in dieser Richtung.
Mit steigendem Zuspruch wurden die Museumsbahnfahrten bis in das Jahr 1986 durchgeführt, bis erstmals dunkle Wolken über dem weiteren Bestand der Fahrten aufzogen. Seitens dem Eigentümer der MBE, dem saarl. Finanzministerium, waren Maßnahmen in der Planung, die das jährliche Defizit abbauen sollten. Dazu sollte das gesamte Betriebsgelände in Losheim an eine Spedition verkauft, der Bahnbetrieb Ende 1987 eingestellt und die Personenbeförderung mit Bussen an Privatunternehmen und die DB abgegeben werden. Der Museumsbahnbetrieb sollte zumindest von Merzig nach Losheim weiterhin durchgeführt werden. Trotz vielerlei Bemühungen hörte die MBE Ende des Jahres 1987 auf zu bestehen. Vorherige Versuche, für die Bahnstrecke nach dem Vorbild anderer Museumsbahnen eine Betriebs GmbH, unter Beteiligung des Landes, des Kreises Merzig-Wadern und der Anliegergemeinden ins Leben zu rufen, scheiterte an den nicht bekannten Kosten für die Streckeninstandsetzung.
Nachdem das Betriebsgelände ins Eigentum der Spedition übergegangen war, wurde mit dem neuen Eigentümer eine Nutzungsvereinbarung getroffen, die es dem Verein erstmals ermöglichte, über ausreichenden Raum für Instandsetzungsarbeiten an den Fahrzeugen sowie Abstellmöglichkeiten zu verfügen. Die Bahnstrecke Merzig-Ost bis Nunkirchen blieb im Eigentum des Landes.
Mit Schreiben vom 15. Oktober 1987 stellte das Staatliche Konservatoramt in Saarbrücken die gesamte Bahnstrecke mit ihren Gebäuden und Anlagen unter Denkmalschutz.
Nach Überwindung zahlreicher Probleme wurde dem Verein anläßlich deines Dampflokfestes im August 1988 vom Saarl. Wirtschaftsministerium das Eisenbahnnutzungsrecht verliehen, und er konnte erstmals wieder Museumsfahrten auf dem Streckenteilstück Losheimer/Wald - Nunkirchen durchführen. Die gesamte Verantwortung für die Strecke oblag damit dem Verein. Anfang 1991 wurde im Rahmen einer ABM auf dem Streckenteil Bachem bis Losheimer Wald ca. 1500 Schwellen gewechselt und danach wurde durch die Bahnaufsicht am 19.03.1992 die Erlaubnis erteilt den Bahnhof Bachem wieder anzufahren und nach weiteren umfangreichen Instandsetzungsarbeiten erhielt der Verein im August 1993 die Erlaubnis, bis zur Übergabestelle DB, durchzufahren. Nach schwierigen Verhandlungen mir der DB war es zu Saisonbeginn 1996 wieder soweit, daß der Museumsbahnbetrieb bis zum Bahnhof Merzig-Ost durchgeführt werden konnte.
Zwischenzeitlich hatte die Gemeinde Losheim am See, nach dem die Bauvorhaben der schon erwähnten Spedition gescheitert waren, im Rahmen einer Rückübertragung das gesamte Betriebsgelände in Losheim sowie die Gleisanlagen von Banngrenze Merzig bis zur Dellborner Mühle erworben. Gemeinsam mit dem Verein erarbeitete die Gemeindeverwaltung Losheim am See ein Projekt, nachdem auf dem gesamten Betriebsbereich in Losheim, mit Unterstützung der EU ein Erlebnisbahnhof errichtet werden sollte. Zwischenzeitlich wurde das gesamte Dach des Lok- und Triebwagenschuppens instandgesetzt bzw. erneuert, eine Gasheizung eingebaut und die gesamte Elektroinstallation erneuert. Die Gemeinde nutzt seit dem mit steigender Tendenz die das besondere Ambiente der Triebwagenhalle für kulturelle Veranstaltungen. Derzeit werden ein weiterer Ausstellungsraum sowie neue Sanitäre Anlagen erstellt. Die Außengestaltung soll bis 1999 erfolgen.
Im Verlaufe des Jahre 1994 erfolgten auf dem Betriebsgelände der ehemaligen Firma RENITEX in Niederlosheim, jetzt HOMANIT; zur Erstellung eines neuen Werkes umfangreiche Baumaßnahmen. Damit verbunden war die Einstellung des Museumsbahnbetriebes bis Wadern Nunkirchen, so daß jetzt der Haltepunkt "Dellborner Mühle" Endpunkt der Strecke ist.
Am 11. September 1994 wurde uns vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der Handwerkskammer des Saarlandes für die beispielhafte Initiative zur Rettung der MBE und die handwerklichen Leistungen zur Instandsetzung von Strecke und Bahnfahrzeugen der neu geschaffenen Saarländische Denkmalpflegepreis, der mit 5.000,- DM dotiert ist, überreicht.
Mit Datum vom 02.05.1995 erhielten wir als eine der ersten Museumseisenbahnen in Deutschland durch den Saarländischen Wirtschaftsminister nach dem neuen Allgemeinen Eisenbahn-Gesetz das Eisenbahn-Verkehrsrecht verliehen.
Nach langwierigen Verhandlungen und größerer Instandsetzungsarbeiten an der Strecke konnte im April 1997 durch die Deutsche Bahn AG der Güterverkehr zu dem holzverarbeitenden Betrieb HOMANIT in Niederlosheim wieder aufgenommen werden. Befördert wird zur Zeit in Kesselwagen fast ausschließlich Flüssigleim, der aus Österreich kommt.